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Online-Gottesdienst

Mit dem Smartphone am Gottesdienst beteiligen

Mit dem Tablet oder Smartphone den Gottesdienst mitgestalten. Sublan.TV findet Einzug in die Gemeinde.

Mit dem Tablet oder Smartphone den Gottesdienst mitgestalten. Sublan.TV findet Einzug in die Gemeinde.

Was bewegt Gottesdienst-Besucherinnen und -Besucher? Welche Fragen haben sie zur Predigt? Für wen möchten sie beten? Diese Fragen können sich im interaktiven Online-Gemeindegottesdienst klären. Sublan.tv und das Medienhaus bieten Kirchengemeinden an, dass ihr Gottesdienst online rund um die Welt zu sehen ist und Interessierte sich beteiligen können. Eine Gemeinde hat den Anfang gemacht. Und an diesem Sonntag startet der nächste Online-Gottesdienst.

Mit dem Smartphone die Sublan-Seite aufrufen, eigene Fürbitten formulieren und sich in die Predigt einmischen: In Gemeindegottesdiensten der EKHN geht gerade ein interaktives Online-Gottesdienst-Format an den Start. Das Pilotprojekt wird von sublan.tv und dem evangelischen Medienhaus in Frankfurt realisiert. In insgesamt sieben Gemeinden soll der Online-Gottesdienst bis Ende des Jahres erprobt werden. Der erste sogenannte Sublan-Gottesdienst fand nun in der Auferstehungskirche in Kriftel statt. Ein Kamerateam aus dem Medienhaus filmte den einstündigen Gottesdienst. Auf der Plattform sublan.tv konnten sich Besucher zuschalten und den Gottesdienst live miterleben. Doch damit nicht genug: Zuschauer und Besucher vor Ort konnten sich live in den Gottesdienst einmischen.

So funktioniert der Sublan-Gottesdienst

Bei dieser Gottesdienst-Form darf das Smartphone eingeschaltet sein und griffbereit in der Tasche liegen. Die Besucherinnen und Besucher direkt in der Kirche, aber auch Menschen an jedem Ort der Welt, können sich mit ihrem Gerät direkt auf sublan.tv in die Predigt einschalten. Ihre Anfragen und Kommentare bestimmen den Weg der Predigt mit. Wem eine Frage, ein guter Gedanke oder ein Zweifel am Gesagten kommt, behält das nicht länger für sich. Er zückt sein Smartphone, ruft die Internetseite sublan.tv auf und schreibt dort, was ihn gerade bewegt. Die Pfarrerin oder der Pfarrer lesen die anonymen Kommentare vor und bringen sie in die Predigt mit ein. So bestimmt die Gemeinde mit, in welche Richtung sich die Predigt entwickelt.

Aus den Kirchenmauern heraus in die Welt

Durch die Übertragung können Gemeindeglieder den Gottesdienst immer und überall verfolgen, sei es von Zuhause aus oder auf Reisen. Rasmus Bertram, Leiter des Sublan-Projektes und Pfarrer in Kriftel, machte im ersten Online-Gottesdienst seiner Gemeinde die Geschichte vom verlorenen Schaf zum Thema. Dabei hat er sich dem Suchen und Einladen von denen gewidmet, die nicht mehr in die Kirche gehen. "Wie wichtig ist es deiner Gruppe den Verlorenen zu suchen? Wofür setzt du dich ein?" Bertrams These in der Predigt: "Wenn eine Gemeinschaft nicht verloren gehen will, dann muss sie Zeit und Geld ausgeben, den Verlorenen zu suchen." Gibt er damit einen Wink, der auf  die Idee von Sublan verweist? Soll und kann ein Online-Gottesdienst dazu beitragen, verlorene Schafe wieder zu finden und sie mit Gott und seiner Herde zu vereinen? Unterstützt wurde Rasmus Bertram in der Predigt von Wendy Schröder. Sie ist seit vielen Jahren sehr engagiert und das Gesicht der Gemeinde. Moderiert wurde der Gottesdienst von Kirchenvorsteherin Laura Schäfer.

Digital versendete Fürbitten finden Gehör

Auch das Fürbittgebet am Ende der Feier kann durch die Kommentarfunktion mit Bitten aus der Gemeinde gefüllt werden. In Kriftel lagen den Gottesdienstbesuchern viele Fürbitten, mit erstaunlicher Aktualität, auf den Herzen: Sie beteten für alle Verlorenen, für einen iranischen Flüchtling aus ihrer Gemeinde, dass er nach Jahren der Ungewissheit endlich bei ihnen ankomme. Und auch die Heirat für gleichgeschlechtliche Paare beschäftigte die Gemeindeglieder an diesem Sonntag. Oder man betete für jemanden, dem ein schweres Examen bevorstand. Die vorgelesenen Fürbitten aus dem Netz hatten alle eines gemeinsam: Sie waren lebensnah und persönlich. Pfarrer Bertram ist zufrieden. "Der Gottesdienst muss sich, meiner Meinung nach, für den Blick der gesamten Gemeinde öffnen. Damit er einfach größer und vielseitiger wird und eben das thematisiert, was den Alltag der Leute auch bestimmt. So entsteht heute Erkenntniszuwachs und ich glaube, es ist wichtig, dass der Gottesdienst da jetzt nachzieht."

Großer Erfolg und weitere Sublan-Gottesdienste in Planung

Ein weiterer Online-Gottesdienst ist kommenden Sonntag in Hungen geplant. Nach den Sommerferien wollen auch die Kirchengemeinden in Bad Vilbel, in Niederhöchstadt, in Lich sowie die Reformierte Gemeinde in Frankfurt das neue Gottesdienstformat ausprobieren. Alle Termine sind auf sublan.tv veröffentlicht. Hier können Interessierte auch jeden Gottesdienst mitfeiern und sich aktiv am Geschehen beteiligen. Der Krifteler Gottesdienst war aufgrund der Besucherzahl bereits ein guter Anfang: 79 Gemeindeglieder und 120 Besucher im Netz. Auch Gemeindeglieder aus dem Urlaub schalteten sich live dazu. Eine Familie schrieb: "Unsere Fähre erreicht gerade Schweden. Wir sehen euch! Familie Braun."  Diese Familie ging an diesem Sonntag nicht verloren.

Alle Termine finden sich auf sublan.tv

[Wiebke Heß]

Die Idee von sublan.tv begann 2004 als kleines Lanparty-Projekt in der Jugendkirche Subzone in Frankfurt. Über die Jahre entwickelte sich mit Hilfe der Frankfurter Jugend- und Kulturkirche Sankt Peter eine Gottesdienstform. 2015 ging sublan.tv mit eigenem Studio ins Netz. In enger Zusammenarbeit mit dem Medienhaus, soll ihre Idee auch den Kirchengemeinden der EKHN Fuß fassen.


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