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Planung des übernächsten Jahrzehnts

„ekhn2030“ nimmt Kurs auf die Kirchenzukunft

Zukunft der Kirche

Wenn über die Zukunft der Kirche reflektiert wird, wird auch über das Wesen und die Aufgabe der Kirche nachgedacht

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Donnerstagabend die Debatte über einen neuen Zukunftsprozess eröffnet. Er soll die evangelische Kirche über das Jahr 2030 hinaus führen.

Das Projekt mit dem Namen „ekhn2030“ nimmt dabei die künftige gesellschaftliche Situation ebenso wie die Mitgliederentwicklung und deren Folgen für die Kirche in den Blick. Ziel ist es, in einer intensiven Arbeitsphase in den kommenden beiden Jahren zu Weichenstellungen für die Kirchenzukunft zu kommen. Die Kirchenleitung brachte dazu Vorschläge für einen gemeinsamen Prozess ein, zu dem sich die Synodalen nun bis zum Ende der aktuellen Tagung am Samstag positionieren werden.

Weichenstellung für vielfältige Kirche

In seiner Einbringungsrede zum Zukunftsprojekt „ekhn2030“ hatte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung eindringlich dafür geworben, auch im übernächsten Jahrzehnt eine „öffentliche Kirche“ zu bleiben. Jung: „Wir wollen als Kirche und Diakonie in einer vielfältiger gewordenen Gesellschaft vielfältig präsent sein.“ Dafür seien bereits jetzt wichtige Entscheidungen zu treffen und Prioritäten zu setzen. Angesichts der prognostizierten Mitgliederentwicklung sei es erforderlich, die Ausgaben im Haushalt 2030 im Vergleich zum heutigen Budget um 100 Millionen Euro zu reduzieren.  Jung: „Wir müssen uns neu verständigen, ob und wie wir öffentlich Kirche sein können. Und wir müssen klären, wie wir uns dazu anders organisieren wollen.“

Gleichzeitig seien der Klimaschutz, die Gemeinwesen- und Mitgliederorientierung und die Digitalisierung große Herausforderungen als Querschnittsthemen.  Er schlug dazu einen „schlanken Prozess“ unter der Leitung einer neuen Steuergruppe vor, der in zwei Jahren zu Ergebnissen führen solle. Dabei müsse vor allem die junge Generation viel stärker einbezogen werden als bisher. Alle Bereiche sollten dabei „auf den Prüfstand“ gestellt werden, so Jung. Die EKHN nehme die Herausforderungen rechtzeitig an und habe in den kommenden Jahren deshalb noch Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei gehe es auch darum, für die nächste Generation Handlungsspielräume zu wahren.

Handlungsdruck von allen Seiten

Der Leiter der Kirchenverwaltung und Finanzdezernent der EKHN, Heinz Thomas Striegler, hatte den Synodalen zuvor vor allem den finanziellen Handlungsdruck von allen Seiten vor Augen geführt. Prognosen zeigten, dass bis zum Jahr 2030 zwar die Kirchensteuer gegenüber heute nominell noch leicht anwachsen könnte (2019: 530 Millionen). Zugleich würden aber auch die Haushaltsausgaben vor allem durch Altersaufwendungen sehr viel stärker steigen. (Gesamtbudget 2019: 700 Millionen Euro), so dass sich eine Lücke von 100 Millionen Euro ergeben würde.

Zugleich attestierte Wolfgang Heine, Dezernent für Organisation, Bau und Liegenschaften in der EKHN, für die Gebäude der Kirche einen Investitionsstau in Millionenhöhe. Dem könne nur durch einen „qualitativen Konzentrationsprozess“ begegnet werden. Dazu gehöre es zunächst, Standorte und Versammlungsflächen zu reduzieren und zugleich Gebäude vor allem energetisch zu sanieren.

Der Personaldezernent der EKHN, Jens Böhm, zeigte auf, dass die Zahl der Neueinstellungen in den Pfarrdienst in den letzten Jahren steigen, die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer aber bis zum Jahr 2030 um fast ein Drittel sinken werde, wenn die Generation der Babyboomer in den Ruhestand gehe.  Dies könne teilweise durch verstärkte Kooperationen über  Gemeindegrenzen hinaus ausgeglichen werden.  Ein Pfarrer oder eine Pfarrerin könnten dann – wie heute – durchschnittlich rund 1600 Mitglieder betreuen.

Hier gibt es den ersten Entwurf zum Ablauf des neuen Zukunftsprozesses „ekhn2030“

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