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Hein und Jung schreiben Muslimen

Gruß zum Ramadan: „Das Fest verweist auf Solidarität“

Koran

Seiten eines alten Korans

Herzliche Segenswünsche zum Ramadan haben Kirchenpräsident Volker Jung und Bischof Martin Hein, Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden übermittelt. Sie sprechen in ihrem Schreiben auch eine ganze Menge aktuelle Herausforderungen unmissverständlich an.

Darmstadt / Kassel, 15. Mai 2018. Herzliche Segenswünsche zum am Mittwoch beginnenden Ramadan haben der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sowie der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden übermittelt. In einem Brief unter anderem an die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH), den Verband der Islamischen Kulturzentren Hessen und den hessischen Landesverband der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), würdigen sie, dass der „Ramadan inzwischen auch zu Deutschland gehört“. Das Fest weise auf das Thema Solidarität hin, die sich auf den Glauben ebenso wie auf die Schwachen und Armen beziehe.

Religiöses Miteinander herausgefordert

Mit Besorgnis nehmen Jung und Hein in dem Schreiben eine „befremdliche Diskussion“ darüber wahr, ob Muslime zu Deutschland gehörten oder nicht. Dies bringe die Integration in einer pluralistischen Gesellschaft nicht voran. „Wir stehen vor problematischen Entwicklungen, die wir nicht ignorieren können“, heißt es in dem Brief weiter. Dazu zählten zunehmende Anschläge auf Moscheen ebenso wie antisemitische Äußerungen und Haltungen. Zugleich verfolgten die beiden evangelischen Geistlichen mit Sorge „Entwicklungen in islamischen Ländern, aus denen frühere Generationen in die Bundesrepublik gekommen sind und in denen seit Jahrhunderten auch Christinnen und Christen leben“. Vor dieser aktuellen Situation stünde der Ramadan im Jahr 2018 ganz besonders im Zeichen des Themas Solidarität. Durch die zahlreichen öffentlichen Empfänge im Ramadan zeigten Muslime selbst deutlich, „dass die Wirkung der Fastenzeit über die eigene Religionsgemeinschaft hinausreicht“.

Hintergrund Fastenmonat Ramadan

Der Fastenmonat Ramadan ist tief im Islam verwurzelt. Er gilt als Gebot Gottes und ist eine der fünf Glaubenssäulen des Islam. Mit dem Ramadan verbinden sich im religiösen Jahreskreis des Islam die wichtigsten Feste, wie das große Fastenbrechen zum Ende der etwa vierwöchigen Zeit. Gläubige sind im Monat Ramadan aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Nach Eintritt der Dunkelheit wird in oft großen Feiern das Fastenbrechen zelebriert. Kinder und alte oder kranke Menschen sowie Schwangere sind vom Fasten ausgenommen. In diesem Jahr beginnt der Ramadan am 16. Mai und endet am 14. Juni. Da er nach dem Mondkalender berechnet wird, der nur 354 Tage umfasst, verschiebt er sich jedes Jahr um etwa zehn Tage gegenüber dem üblicherweise heute genutzten Sonnenkalender. Weltweit bekennt sich etwa eine Milliarde Menschen zum Islam. In Deutschland leben nach einer Studie des Bundesinnenministeriums etwa vier Millionen Muslime.

 

 


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