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Ehrenamt & Klima

Klimaschutz: Auftrieb für den „Grünen Hahn“

Wetterhahn

"Umweltmanagement ist ein systematischer Weg vom Reden zum Tun", heißt es in einer Broschüre über den "Grünen Hahn"

Die Schülerinnen und Schüler von „Fridays for Future“ haben dazu mobilisiert, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Am 29. November soll wieder weltweit gestreikt werden, auch die EKHN zeigt Flagge. Jetzt haben Kirchengemeinden die Chance, motivierte Jugendliche und junge Erwachsene als Ehrenamtliche für ihre Klimaschutzprojekte zu gewinnen. Gemeinden können zudem beim „Grünen Hahn“ mitmachen.

„Die Bewegung `Fridays for Future´ hat viele Jugendliche und junge Erwachsene für das Thema Klimaschutz mobilisiert. Sie wollen aktiv werden. Es gibt keine bessere Zeit für evangelische Kirchengemeinden, neue Ehrenamtliche für ihre Umweltprojekte zu gewinnen“, erklärt Kathrin Saudhof. Sie ist Referentin für Klimaschutz im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN. Sie weist dabei auf das kirchliche Umwelt-Management-Programm „Grüner Hahn“ hin, bei dem ein Umwelt-Team einer Kirchengemeinde für die Bestandsaufnahme, Planung und Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten sorgt.

„Black Friday“ und Weltpolitik im Fokus

Auch am 29. November werden Jugendliche und junge Erwachsene wieder aktiv: Sie rufen zum globalen Klimastreik an diesem Tag auf. Es ist der letzte Freitag vor der UN-Weltklimakonferenz in Madrid. Zudem haben Händler an diesem Tag den „Black Friday“ ausgerufen, mit dem das Weihnachts-Shopping eingeläutet wird. Viele Geschäfte locken mit Preisnachlässen. Um auf die Folgen extremen Konsums aufmerksam zu machen, will die Frankfurter Initiative von „Fridays for Future“ unter dem Motto #Zeilblockieren auf der Frankfurter Zeil demonstrieren.

Flagge zeigen für den Klimaschutz – Deutschland schon 1,5°C wärmer

Auch EKHN will Flagge zeigen: Während der Synodentagung werden die Delegierten die Flagge von „Churches for Future“ hissen, deren Netzwerk die EKHN angehört. Doch bei dieser symbolischen Handlung soll es nicht bleiben. Aus gutem Grund. Denn: In Deutschland hat sich die mittlere Lufttemperatur von 1881 bis 2018 um 1,5°C erhöht. Das ist das Ergebnis des aktuellen Klima-Monitoring-Berichts der Bundesregierung, über den Spiegel-Online berichtet. Und es ist davon auszugehen, dass es bei dieser Zahl nicht bleiben wird. Vor vier Jahren hatte die internationale Staatengemeinschaft sich darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 °C zu beschränken.

Erste Erfolge mit dem „Grünen Hahn“

Um ihr Möglichstes für den Klimaschutz zu tun, haben bereits fünf Kirchengemeinden in der EKHN ihr Umwelt-Management so optimiert, dass sie mit dem „Grünen Hahn“ zertifiziert wurden. 20 weitere Gemeinden sind auf dem Weg dahin.  Für Kirchengemeinden kann sich die Teilnahme rechnen, wie Kathrin Saudhof berichtet: „Die Kirchengemeinde in Bad Schwalbach hat ohne große Investitionen 19 Prozent weniger Strom verbraucht und konnte 32 Prozent Wärmeenergie einsparen. Das zeigt sich auch in den geringeren Kosten.“ Dieser Effekt sei vor allem durch Änderungen der Nutzungsgewohnheiten erreicht worden.

Selbstbestimmung, finanzielle Unterstützung und Know-How für Kirchengemeinden

Welche Maßnahmen eine Gemeinde aufgreift, kann sie mitbestimmen. Die Klimaschutz-Referentin klärt auf: „Es müssen keine Maßstäbe erfüllt werden, die eine Gemeinde gar nicht erfüllen kann.“ Stattdessen erhalten Kirchengemeinden Unterstützung. Wenn finanzielle Mittel für kleine Maßnahmen wie beispielsweise eine Regentonne vor Ort fehlen, könne die Klimaschutzreferentin 2.500 Euro pro Kirchengemeinde zur Verfügung stellen. Für größere, umweltfreundliche Sanierungsmaßnahmen sei das Baureferat in der Kirchenverwaltung der richtige Ansprechpartner. Zudem beraten und unterstützen kirchliche Umweltauditoren die Umwelt-Teams der Kirchengemeinden.

Überschaubarer, zeitlicher Einsatz

Wer ehrenamtlich in einem kirchlichen Umwelt-Team mitarbeiten möchte, geht möglicherweise zur Schule, an die Uni, zur Arbeitsstelle und ist eventuell familiär stark eingebunden. Das heißt: Zeit ist knapp. Das kennt Kathrin Saudhof: „Der Einsatz ist überschaubar. Im ersten Jahr trifft sich das Umwelt-Team einmal im Monat für zwei Stunden. In den ersten Monaten beansprucht die Bestandsaufnahme zusätzliche Zeit, wie für die Recherche von Verbräuchen und Gebäudebegehungen.“ Später gehe es dann an die Umsetzung der Maßnahmen. Hier können die Aufgaben passend zu den Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmenden verteilt werden.  

Das ist zu tun

Die Zertifizierung „Grüner Hahn“ ist auf vier Jahren angelegt. Dabei stehen diese Bereiche im Fokus:

  • Einsparungsmöglichkeiten bei Strom und Heizung,
  • Wasserverbrauch senken,
  • Nachhaltigkeitskriterien beim Einkauf berücksichtigen, z.B. umweltfreundliche Reinigungsmittel wählen,
  • Abfall vermeiden und verringern,
  • Mobilität umweltfreundlicher gestalten, wobei die Maßnahmen an die Möglichkeiten vor Ort angepasst werden,
  • Förderung der Artenvielfalt, beispielsweise, indem im Außengelände naturnahe Bereiche geschaffen werden.

Nachdem eine Gemeinde das Umweltmanagement aufgebaut hat, erhält sie eine Urkunde mit der Auszeichnung „Grüner Hahn“ und kann die Plakette an ihre Gebäude anbringen und das Logo verwenden. Das Umweltteam kümmert sich in den folgenden vier Jahren darum, dass die geplanten Umweltschutzmaßnahmen schrittweise umgesetzt werden.

weitere Infos über den "Grünen Hahn" 

[Kathleen Retzar / RH]


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