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Pfingsten

Ökumenischer Gottesdienst auf dem Schiffenberg

Pfingstgottesdienst auf dem Schiffenberg 2024

Unter dem Motto »Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit« feierten am Pfingstmontag rund 700 Christen aus Gießen und dem Umland emeinsam einen Ökumenischen Gottesdienst auf dem Schiffenberg, zu dem evangelische, katholische, syrisch-orthodoxe und griechisch-orthodoxe Gemeinden eingeladen hatten.

(Von Barbara Czernek) Jeder der Geistlichen wirkte bei dem gemeinsamen Gottesdienst mit und machte Pfingsten für jeden erlebbar: Man verstand zwar nicht unbedingt die einzelnen Wörter, jedoch die Bedeutung, die dahinter steht: Der gemeinsame Glaube, der eint. Dies wurde deutlich im gemeinsam gebeteten »Vaterunser«, ein jeder in seiner Sprache.

Das Leitthema stellte Pröpstin Dr. Anke Spory in den Mittelpunkt ihrer Predigt. Das bekannte Sprichwort »Feuer und Flamme für etwas sein« verweise direkt auf Pfingsten. Die Jünger, die zusammengekommen waren, um das jüdische Schavout-Fest zu feiern, erlebten durch die Begegnung mit dem heiligen Geist eine Veränderung. Nicht die Uniformität, sondern die Verschiedenheit der Menschen sei die Grundlage des Zusammenlebens. So habe es Gott gewollt, denn Menschen seien Ebenbilder Gottes, so die Pröpstin.
Daher sei das Grundgesetz der Bundesrepublik die säkulare Bekenntnis dieser Einsicht. »Freiheit setzt Verschiedenheit voraus und ermöglicht sie. Das Grundgesetz fasst dies in dem klaren Satz: Die Würde des Menschen ist unantastbar.« Auch den Kirchen könne es nicht egal sein, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religion verunglimpft würden. In Hinblick auf die gewaltsamen Überfälle in der jüngsten Zeit fügte sie hinzu, dass es nicht ausschließlich Sache der Politik sein dürfe, wenn Menschen in ihrem Engagement für Demokratie und Freiheit eingeschüchtert werden. Daher appellierte sie an alle, zur Wahl zu gehen.

»Vom Geist Gottes erfüllt zu werden, sich für diese Vision in Bewegung setzen zu lassen, dafür steht Pfingsten. Die Kirche ist nicht um ihrer selbst willen da. An Pfingsten geht es nicht um den Selbsterhalt der Kirche. Pfingsten ist nicht das Fest, in dem wir sorgenvoll um uns selbst kreisen. Es sind nicht die Geburtstagskerzen auf dem Kuchen der Kirche, die wir feiern, sondern dass sich Menschen für das Reich Gottes begeistern lassen.«

Musikalisch umrahmten Bläser:innen aus dem Evangelischen Dekanat Gießen (Leitung: Cordula Scrobel), der Kinderchor der Johanneskirche (Leitung: Christoph Koerber) und der Chor der syrisch-orthodoxen Gemeinde den Gottesdienst.


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