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Zwischen Wetterau, Vogelsberg und Gießen

Die Propstei Oberhessen erstreckt sich vom alten Vulkangebirge Vogelsberg über die hügelige Landschaft der Region Gießen bis zur fruchtbaren Wetterau vor den Toren Frankfurts.

Die reizvolle Architektur der Städte, repräsentativen Landadelssitze und ruhige Dörfer mit vielen Fachwerkbauten fügen sich gelassen in die Mittelgebirgslandschaft Oberhessens ein. Je näher der Stadtrand der Metrople Frankfurt rückt, desto mehr ist das Leben bezogen auf den Rhythmus der Großstadt. Ruhiger ist das Leben im ländlichen Raum des Vogelsbergs.

In den Kleinstädten Oberhessens, wie Alsfeld, Hungen, Büdingen oder Lich, arbeiten die evangelischen Gemeinden eng mit den Kommunen, den Institutionen und Vereinen ihres Heimatortes zusammen. Gleichzeitig beweist die Kirche im ländlichen Raum aufgeschlossenes Selbstbewusstsein mit ihrem Werbe-Slogan: »Das Land lebt!«.

In der Universitätsstadt Gießen bringen sich die evangelischen Kirchengemeinden, die Stadtkirchenarbeit, die Hochschulgemeinde oder die Flüchtlingsseelsorge engagiert ein in die Vielfalt der multikulturellen Hochschulstadt. Der Anteil der Evangelischen in der Stadt hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen, die kirchlichen Strukturen müssen sich entsprechend verändern.

Wirtschaft
Die Arbeitslosenquote liegt zum Teil erheblich über dem Landesdurchschnitt. Vielfach haben traditionelle Industrieunternehmen ihre Produktion verlagert. Täglich pendeln viele Menschen nach Frankfurt – nicht wenige arbeiten auf den Rhein-Main-Flughafen.

Die früher vorherrschende Landwirtschaft nimmt seit gut 40 Jahren kontinuierlich ab. Obwohl der Raum nach wie vor ländlich geprägt ist, geht das Hofsterben immer weiter. Auch im Mittelzentrum Gießen, geprägt durch Universität, Verwaltungen und Handel, fallen mehr und mehr Arbeitsplätze weg.

Die Evangelische Kirche engagiert sich in der Region mit den zwei Projekten »Jugendwerkstatt Gießen« und der »Neuen Arbeit Vogelsberg« für von Arbeitslosigkeit Bedrohte oder Betroffene, dabei insbesondere für junge Menschen.

Geschichte
Kelten, Chatten, Römer und Alemannen hinterließen zahlreiche noch heute sichtbare Spuren. Mythen und Legenden ranken sich um die zahlreichen Kultstätten in den tiefen Wäldern des Vogelsbergs. Einst waren irische Missionare in Schotten ansässig, wodurch die Stadt ihren Namen erhielt. Der heilige Bonifatius wurde nach seinem Tode von Mainz durch den Vogelsberg nach Fulda gebracht. Vielerorts entstanden daraufhin Gedenkstätten, die bis heute erhalten sind.

»Oberhessen« war seit 1852 eine der drei Provinzen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, von der Residenz in Darmstadt aus gesehen »oben«. Dazu gehörten die Kreise Gießen, Friedberg, Alsfeld, Lauterbach, Grünberg, Schotten, Büdingen und Nidda. Seit der Verwaltungsreform 1938 hat der Begriff »Oberhessen« nur noch eine landschaftliche Bedeutung.

Im 19. Jahrhundert gehörten die Wetterau und der Vogelsberg – mit örtlichen Unterschieden – zu den »Armutsgebieten« Hessen-Darmstadts. Viele Familien, ja sogar geschlossene Dörfer, wanderten nach Amerika aus. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg brachten der Zuzug von Heimatvertriebenen und die Mobilität der Arbeitnehmer bescheidenen Wohlstand.

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